In-vitro („im Glas“) und In-vivo („im Leben“) bezeichnen zwei fundamentale Ebenen wissenschaftlicher Forschung, die sich drastisch in ihrer Aussagekraft unterscheiden.
In-vitro-Studien finden im Reagenzglas oder in der Petrischale statt – mit isolierten Zellen, Gewebeproben oder Mikroorganismen im kontrollierten Laborumfeld. Sie sind schnell, günstig und ermöglichen präzise Messungen. In-vivo-Studien dagegen werden an lebenden Organismen durchgeführt (meist Tiere oder Menschen) und berücksichtigen die Komplexität echten biologischen Stoffwechsels. Ein Stoff kann in-vitro spektakulär wirken, aber im menschlichen Körper unwirksam sein – weil Verdauung, Absorption, Leber-Metabolismus und viele andere Faktoren die Wirkung vollständig verändern.
Für dich als kritischer Leser: Wenn Supplement-Hersteller behaupten, dass Traubenkernextrakt antioxidativ wirkt, frag nach: Basiert das auf In-vitro- oder In-vivo-Studien? In-vitro-Ergebnisse sind Hinweise, keine Beweise. In-vivo-Studien am Menschen sind die höchste Qualitätsstufe und deutlich seltener – ein rotes Flagge bei Marketing-Aussagen.


